Sigmunds Freuds Theorien: Heute überholt?

Sigmund Freud gilt als einer der bedeutendsten Psychologen aller Zeiten. Dennoch gibt es viele Psychotherapeuten, die die Theorien von Sigmund Freud heutzutage für überholt halten oder allgemein nicht viel von den Theorien Freuds halten. Dies mag zwar in einzelnen Teilen stimmen, dennoch sind die Theorien von Freud unserer Meinung nach noch immer wichtig und Sigmund Freud ganz sicher nicht überflüssig.

Sigmund Freud als erster Psychologe

Bevor man überhaupt über die Tatsache, dass manche Theorien von Freud heute nicht mehr als richtig angenommen werden nachdenkt, muss man klarstellen, dass Sigmund Freud ganz sicher nicht überflüssig war. Denn Sigmund Freud war der erste Psychologe überhaupt. Er hat sich zuerst mit den verschiedenen psychischen Krankheiten beschäftigt und ohne ihn gäbe es heutzutage wohl keine Psychologen. Seine Arbeit bietet die Grundlage für jegliche Forschung im psychischen Bereich und ist somit nicht als überflüssig, sondern als überaus wichtig und sogar essentiell einzustufen.

Es gibt häufig keine genauen Wahrheiten

Eine der bekannteren Thesen von Sigmund Freud ist die sogenannte Freudsche Fehlleistung. Sigmund Freud glaubte, dass die Versprecher von Menschen nicht einfach nur auf einen unbewussten Fehler zurückzuführen sind, sondern das das Unterbewusstsein diese mit Absicht ausgewählt hat und der Versprecher gewisse Dinge über die Psyche und die Einstellungen des jeweiligen Menschen verraten können. Heutzutage geht man zwar davon aus, dass dies nicht immer der Fall ist, meistens handelt es sich um einen unbewussten Versprecher. Dieser entsteht dann, wenn einem ein anderes Wort bekannter und zugleich dem richtigen Wort sehr ähnlich ist. Eine tiefere Bedeutung hat der Versprecher dann nicht. Dennoch kann die Freudsche Fehlleistung in anderen Fällen noch immer richtig sein. Ein anderer Teil dieser Theorie war auch, dass man manche Dinge unbewusst falsch macht, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Freud sagte beispielsweise, dass er sich mal im Urlaub verirrt hat, um erst später nach Hause zurückkehren zu müssen. Und ähnliche Fälle, in denen man Dinge absichtlich oder unterbewusst tut, um etwas Unangenehmes zu verhindern, gibt es heutzutage ganz sicher noch immer.

Basis des Unterrichts

Viele Theorien von Freud, beispielsweise die Theorie des Ichs und des Über-Ichs, werden auch heute nicht angezweifelt. Vielmehr sind sie an vielen Schulen sogar Basis des Unterrichts im Bereich der Psychologie. Dementsprechend kann man nicht behaupten, dass die Theorien von Freud in diesem Bereich überholt wären. Denn ansonsten würde man niemals die Theorien von Sigmund Freud in der Schule lernen. Letztendlich ist es so, dass die Theorien von Freud nicht auf einer breiten Basis beruhten und manche seiner Erkenntnisse vor allem im Detail nicht richtig sind. Dennoch sind die Grundlagen von Freuds Psychoanalyse noch heute sehr wichtig und die Grundlage der psychologischen Arbeit.

Sigmund Freud und das Unterbewusstsein

Der wichtigste Beweis, um die Wichtigkeit von Sigmund Freud herauszustellen, ist die Entdeckung des Unterbewusstseins. Freud hat als erster erkannt (bzw. auf jeden Fall als erster aufgeschrieben), dass der Mensch nicht alle Dinge durch sein eigenes Bewusstsein entscheidet, sondern, dass das Unterbewusstsein eine große Rolle bei Entscheidungen spielt. Und das Unterbewusstsein des Menschen ist heute unumstritten und wird als sehr wichtig erkannt. Ohne das Unterbewusstsein könnte der Mensch auch kaum leben, da er nicht über jede Entscheidung nachdenken kann und damit vollkommen überfordert wäre.

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